Reisen mit chronisch kranken Kindern
Prof. Dr. med. Michael Krawinkel
Institut für Ernährungswissenschaften, Gießen
 
Da die Zahl chronisch kranker und behinderter Kinder stetig zunimmt, ist es eine Beratungsaufgabe für betreuende Ärzte, zu erklären, in welchem Umfang Reisen möglich ist und wie es den spezifischen Bedürfnissen angepasst werden kann.

Bei chronisch kranken Kindern können auf Reisen eher als bei gesunden Kindern Situationen auftreten, in denen ärztliche Hilfe oder örtliche öffentliche oder private Gesundheitsdienste in Anspruch genommen werden müssen.

Bei der reisemedizinischen Beratung muss die chronische Erkrankung oder Krankheitsdisposition angesprochen und berücksichtigt werden, weil z.B. einzelne Medikamente, die bei Gesunden zur Malariaprophylaxe eingesetzt werden, bei Kindern mit Epilepsie und ihren Verwandten nicht angewandt werden dürfen.

Bestimmte cardiopulmonale Situationen stellen Kontraindikationen für Fernflugreisen dar. Kinder mit Diabetes mellitus oder Stoffwechselstörungen müssen spezifisch auf die Reise vorbereitet werden.

Bei allen möglichen Komplikationen und Problemen sollten positive Aspekte von Fernreisen nicht aus dem Blickfeld verdrängt werden. Viele Probleme sind lösbar, wenn sie rechtzeitig vorausgesehen werden, sodass die Familie sich darauf einstellen kann.