3. Forum Reisen und Gesundheit im Rahmen der ITB
Krankheit ist kein Reisehindernis
18.03.2002
 
Fernreisen, zum Beispiel nach Afrika oder Asien, sind für Menschen mit chronischer Erkrankung längst kein Tabu mehr - vorausgesetzt sie lassen sich von einem reisemedizinisch fortgebildeten Arzt beraten. Das ist eine der Aussagen, die während des 3. Forums Reisen und Gesundheit im Rahmen der ITB von erfahrenen Reise- und Tropenmedizinern getroffen wurde. "Reisen mit chronischer Krankheit" war das Thema mit dem sich mehr als 400 Ärzte und Apotheker im ICC-Berlin an zwei Tagen mit Vorträgen und Diskussionen beschäftigten. Eingeladen hatten das Centrum für Reisemedizin, Düsseldorf, und der Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amtes, Berlin. Äußerst positiv wurden die bisherigen Erfahrungen im Bereich der Reisemedizin aufgenommen. Mit der entsprechenden Vorbereitung und einem stabilen Zustand des Patienten, kann selbst ein Diabetiker heute eine Trekkingtour durch Nepal unternehmen, ein Asthmatiker oder Herz-Kreislauf-Erkrankter auch Afrika besuchen. Reisen, von denen Ärzte ihren Patienten noch vor wenigen Jahren abgeraten haben, weil sie unter gesundheitlichen Aspekten als viel zu riskant galten, können heute bei entsprechend guter reisemedizinischer Vorbereitung durchgeführt werden.

Der noch junge medizinische Bereich "Reisemedizin" hat in den vergangenen Jahren einige Erkenntnisse gewonnen, die die gesundheitlichen Risiken, die mit dem Reisen, insbesondere den Fernreisen, verbunden sein können, überschaubarer gemacht haben. "Wir möchten, dass Gesundheitsprobleme während oder nach einer Reise möglichst vermieden werden und wir wollen Reisende unterstützen. Denn wir wissen, dass das positive Erlebnis einer gut vorbereiteten Reise kranke und deprimierte Menschen aufbauen und ihnen wieder Freude am Leben geben kann", sagte Prof. Dr. Erich Kröger, Leiter des Centrums für Reisemedizin.

Der Leiter des Gesundheitsdienstes des Auswärtigen Amtes, Dr. Gunther von Laer, betonte die Hilfsbereitschaft der Deutschen Vertretungen im Ausland, machte gleichzeitig jedoch auch die begrenzten Möglichkeiten seiner Dienste deutlich. Aus diesem Grund ist aus seiner Sicht die enge Zusammenarbeit zwischen Auswärtigem Amt und Reisemedizinern unabdingbar, da eine qualifizierte reisemedizinische Beratung die bestmögliche Vorbeugung schwerwiegender gesundheitlicher Probleme ist.

Noch liegen im Bereich der Reisemedizin relativ wenige wissenschaftliche Erkenntnisse und Untersuchungen über die Einflüsse von Reisen auf das Krankheitsgeschehen oder die Gesundheitsentwicklung vor: Wie und ob sich Reisestress oder klimatische Belastungen auswirken, ob Höhenaufenthalte oder sportliche Aktivitäten, wie das Sporttauchen, bei bestehender Krankheit ein Risiko darstellen. Die bisherigen Erfahrungen können jedoch gerade auch chronisch Kranke zuversichtlich stimmen.