Aviäre Influenza
 
Stand: Januar 2016
 
Allgemeines

Bei der aviären Influenza, allgemein auch als "Vogelgrippe" bezeichnet, handelt es sich in erster Linie um eine virale Infektionskrankheit bei Vögeln. Sie wird durch die zu der Familie der Orthomyxoviridae gehörenden, weltweit vorkommenden Influenzaviren des Typs A hervorgerufen. Influenza A-Viren werden anhand ihrer Oberflächenantigene Hämagglutinin und Neuraminidase, welche Glykoproteine darstellen, weiter differenziert. Insgesamt konnten bis heute 16 Hämagglutinine (H) und 9 Neuraminidasen (N) identifiziert werden, aus denen sich der jeweilige Subtyp ableitet.
Das natürliche Reservoir für diese Viren sind Wildvögel, welche die Erreger auf Hausgeflügel übertragen, wo sie Erkrankungen hervorrufen. Je nach Schwere des Verlaufes können zwei verschiedene Krankheitsbilder unterschieden werden: die niedrigpathogene aviäre InfluenzA ("low pathogen avian influenza" - LPAI) und die hochpathogene aviäre InfluenzA ("high pathogen avian influenza" - HPAI). Die niedrigpathogene aviäre Influenza kann asymptomatisch verlaufen oder mit einer milden Symptomatik bei Vögeln einhergehen. Die hochpathogene aviäre Influenza dagegen führt zu schweren Verläufen, die vor allem für Hausgeflügel aber ebenso für wild lebende Vogelarten fast immer tödlich enden. Sie wird daher auch "Geflügelpest" genannt. Im Rahmen von Ausbrüchen in deutschen Betrieben werden zur Eindämmung der Seuche die Tierbestände getötet. Dieses Vorgehen wird auch als sogenanntes "stamping-out" bezeichnet. Anschließend werden die Kadaver entsprechend entsorgt. Bei Ausbrüchen mit der niedrigpathogenen aviären Influenza kann es durch Mutationen zum Übergang in die hochpathogene aviäre Influenza kommen und dadurch ebenfalls schwere Verläufen bei Vögeln hervorrufen.
In der Regel infizieren aviäre Influenzaviren den Menschen nicht. Der direkte Kontakt zu Vögeln, die beispielsweise an Influenza A(H5N1) erkrankt waren, führte allenfalls zu leichten Konjunktividen und Reizungen der oberen Atemwege. In den letzten Jahren kam es schließlich aber auch beim Menschen zu schwerwiegenden, systemischen Erkrankungen. Deshalb wird heutzutage mit der "Vogelgrippe" nicht nur die Krankheit beim Tier, sondern auch beim Menschen bezeichnet. Speziell die Subtypen A(H5N1), A(H7N9) und A(H6N1) sorgen für menschliche Infektionen, die zum Teil schwere Verläufe mit Todesfolge in verschiedensten Gebieten der Welt nach sich ziehen.
Neben Vögeln und Menschen können aviäre Influenzaviren auch Säugetiere befallen. Besonders gefürchtet in diesem Zusammenhang ist die Doppelinfektion von Zellen mit humanen und aviären Influenzaviren beispielsweise im Schwein. Im Zuge solch einer Doppelinfektion kann es zu einem Reassortment, also einem Austausch verschiedener Genanteile, kommen, die die Entstehung eines neuen Subtyps nach sich ziehen kann. Die Entwicklung einer Pandemie ist in diesem Fall möglich. Genauere Informationen zu den einzelnen Subtypen finden Sie hier:
 
Quellen und weitere Informationen finden Sie hier:
 
Haftungsausschluss
Die vorstehenden Angaben ersetzen keine ärztliche Beratung. Sie stammen aus diversen Informationsquellen, vorrangig der WHO, sind nach bestem Wissen zusammengestellt und entsprechen dem neuesten Stand. Für ihre Richtigkeit kann das CRM keine Verantwortung und für irgendwelche Gesundheitsschäden auf Ihrer Reise keine Haftung übernehmen. Reisenden wird empfohlen, sich vor der Reise ärztlich beraten zu lassen.
 
© Inhalte: Centrum für Reisemedizin