Influenza A(H5N1)
 
Stand: 20.04.2018
 
Allgemeines

Achtung: Die nachfolgend aufgeführten Informationen beziehen sich nur auf den Subtyp A (H5N1). Angaben zu den Subtypen A(H5N6), A(H6N1), A(H7N9), A(H9N2) und A(H10N8) finden Sie hier: Informationen zur aviären Influenza A(H5N1):

Aktuelles zur aviären Influenza A(H5N1):  


Verbreitung der Influenza A(H5N1):
a) Verbreitungsgebiet bei Vögeln:
Die Influenza A(H5N1) führte bis heute in den nachfolgenden Ländern zu Ausbrüchen bei Wildvögeln bzw. Hausgeflügel:
Asien: Afghanistan, Aserbaidschan, Bangladesch, Bhutan, China, Georgien, Indien, Indonesien, Irak, Iran, Israel mit den Palästinensischen Gebieten, Japan, Jordanien, Kambodscha, Kasachstan, Korea Nord, Korea Süd, Kuwait, Laos, Libanon, Malaysia, Mongolei, Nepal, Myanmar, Pakistan, Russland, Saudi-Arabien, Thailand, Türkei und Vietnam
Europa: Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Kroatien, Niederlande, Österreich, Polen, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Serbien und Montenegro, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Türkei, Ukraine, Ungarn, Zypern (türkischer Teil)
Afrika: Ägypten, Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Côte d'Ivoire, Dschibuti, Ghana, Kamerun, Libyen, Niger, Nigeria, Togo, Sudan
Amerika: Kanada, USA
Aktuell: Seit Jahresbeginn 2018 wurden Auftritte der Seuche bei Tieren aus folgenden Ländern gemeldet (Stand: 20.04.2018): Bangladesh, Bhutan, Côte d'Ivoire, Indien, Kambodscha, Nigeria und Togo.
 
b) Verbreitungsgebiet beim Menschen:

Seit 2003 rief die Influenza A(H5N1) bei ca. 860 Personen Erkrankungen hervor, welche sich in den folgenden 15 verschiedenen Ländern ereigneten: Ägypten, Aserbaidschan, Bangladesch, China, Dschibuti, Indonesien, Irak, Kambodscha, Laos, Myanmar, Nigeria, Pakistan, Thailand, Türkei und Vietnam. Am stärksten seit 2003 betroffen waren die Nationen Indonesien, Ägypten und Vietnam, die die meisten Erkrankungs- und Todesfälle beim Menschen verzeichneten.

Allgemeine Informationen zur aviären Influenza A (H5N1):  

Bis Mitte der 90er Jahre blieb die aviäre Influenza ("Vogelgrippe") im Wesentlichen auf Vögel beschränkt. 1997 kam es schließlich im Rahmen eines Seuchenausbruchs in Hongkong zu einem Übergreifen des hochpathogenen Subtyps A(H5N1) auf den Menschen. Die Erkrankung äußerte sich bei diesen durch grippeähnliche Symptome. Eine Reihe von Todesfällen trat auf. Seit Ende 2003 kam es zu einer Ausbreitung der Vogelgrippe durch die aviäre Influenza A(H5N1) zunächst in Ostasien und in späteren Jahren auch in Europa und Afrika sowie des niedrigpathogenen aviären Influenzavirus in den USA. In der letzten Zeit wurden die meisten Erkrankungs- und Todesfälle in den Ländern Indonesien, Ägypten und Vietnam verzeichnet.

Neben Vögeln und Menschen kann das H5N1-Virus auch Säugetiere wie z.B. Schweine befallen. Besonders gefürchtet in diesem Zusammenhang ist der Austausch von menschlichen und vom Vogel stammenden Genanteilen im Säugetier, welcher die Entstehung eines neuen Subtyps nach sich ziehen kann. Die Entwicklung einer Pandemie ist in diesem Fall möglich.

Krankheitsbild beim Menschen:  

Die Infektion mit dem Virus erfolgt überwiegend durch direkten Kontakt mit infizierten lebenden oder toten Tieren, aber auch indirekte Übertragungen sind möglich. Ebenso kann eine Weitergabe des Virus von Mensch-zu-Mensch nicht ausgeschlossen werden. Dieser Übertragungsweg scheint allerdings selten und Infektionsketten limitiert. Die Erkrankung beim Menschen kann, je nachdem, ob eine niedrig- oder hochpathogene aviäre Influenza A(H5N1) vorliegt, unterschiedlich schwer verlaufen. Infektionen mit niedrigpathogener aviärer Influenza A(H5N1) erzeugen überwiegend milde Erkrankungen, die sich durch Bindehautentzündungen oder grippeähnliche Symptome äußern. Bei der hochpathogenen aviären Influenza dagegen kommt es meist zu Lungenentzündungen, die einen schweren Verlauf nehmen und häufig zum Tod führen. Allerdings sind diese Infektionen selten.

Diagnose und Therapie:  

Die Diagnose wird durch einen Erregernachweis im Labor gestellt. Anschließend kann eine Behandlung mit sogenannten "Neuraminidasehemmern" wie zum Beispiel Oseltamivir erfolgen. Diese haben sich besonders bei einem frühzeitigen Einsatz als therapeutisch wirksam erwiesen. In der Zwischenzeit wurde aber auch über eine Resistenzbildung der hochpathogenen aviären Influenza A(H5N1)-Viren gegen Oseltamivir berichtet. Eine Anwendung von Neuraminidasehemmern als Chemoprophylaxe ist darüber hinaus nach Kontakt zu erkrankten Tieren möglich.

Vorbeugung:  
Übertragungen von Vogelgrippeviren auf den Menschen resultieren zum überwiegenden Teil durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren. Die Ansteckung erfolgt in der Regel als "Tröpfcheninfektion" über die Luft oder als Schmierinfektion. Mensch-zu-Mensch-Übertragungen kommen ebenso vor. Möglich scheint auch eine Infektion durch Genuss von Geflügelfleisch, das nicht ausreichend gegart wurde oder rohen Eiern. Meist werden die Erreger aber durch den Vorgang des Erhitzens abgetötet. Um Erkrankungen durch Vogelgrippe vorzubeugen, sollten folgende Maßnahmen besonders von Reisenden und (beruflich) gefährdeten Personen beachtet werden:

1. Expositionsprophylaxe:
  • Speziell in Gebieten mit grassierender Vogelgrippe sollten der Kontakt sowohl zu gesund erscheinenden als auch zu kranken oder toten Wildvögeln und Hausgeflügel sowie deren Ausscheidungen vermieden werden. Besuche auf Märkten und Farmen mit möglichen Berührungspunkten zu rohem Geflügel sollten ebenfalls unterlassen werden.
  • Bei der Zubereitung von Nahrungsmitteln wie beispielsweise Geflügelfleisch und Eiern sollte stets eine sorgfältige Händehygiene durchgeführt werden.
  • Derartige Speisen sollten außerdem immer ausreichend lange gegart werden.


2. Maßnahmen bei Exposition und Erkrankung:
  • Personen, die beispielsweise aufgrund ihres Berufes besonders gefährdet sind, sollten auf einen angemessenen Infektionsschutz achten. Nach erfolgter Exposition kann eine Chemoprophylaxe mit einem Neuraminidasehemmer durchgeführt werden.
  • Zwar kommen Mensch-zu-Mensch-Übertragungen nur selten vor, auf Kontakt zu Personen, die an Vogelgrippe erkrankt sind, sollte aber zur Sicherheit verzichtet werden.
  • Treten 14 Tage nach einem Kontakt zu einem krankheitsverdächtigen Tier in einem Infektionsgebiet Fieber und grippeähnliche Symptome auf, sollte unverzüglich ein Arzt konsultiert werden. Eine Therapie mit einem Oseltamivir oder Zanamivir kann dann frühzeitig erfolgen.


3. Impfung:
  • In den letzten Jahren wurden verschiedene Impfstoffe gegen die Vogelgrippe in Deutschland vom Paul-Ehrlich-Institut zugelassen. Keiner dieser Impfstoffe ist aktuell auf dem Markt verfügbar.
  • Die herkömmliche Grippeschutzimpfung ist im Gegensatz dazu nicht gegen die Influenza A(H5N1) wirksam. Sie ist aber dennoch besonders für Personen mit erhöhtem Gefährdungspotenzial sinnvoll, da sie Doppelinfektionen mit Grippeviren vom Menschen und von Vögeln verhindern kann.


4. Importbeschränkungen und -verbote: Um die Einschleppung von Krankheitserregern in die Europäische Union und damit auch nach Deutschland zu verhindern, gelten entsprechende Einfuhrverbote speziell für lebendes Geflügel bzw. Vögel sowie Geflügelfleisch und -produkte. Die Vogelgrippe kann aber neben Tieren und Lebensmitteln auch durch "unbehandelte Jagdtrophäen" wie beispielsweise Federn oder durch Futter in das Heimatland importiert werden. Beachten Sie bitte deshalb die Informationen des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz bzw. der zuständigen Behörden. Reisebeschränkungen bestehen derzeit nicht.


Reisebeschränkungen:  

Reisebeschränkungen bestehen derzeit nicht.

Quellen und weitere Informationen finden Sie hier:
 
 
Haftungsausschluss
Die vorstehenden Angaben stammen aus diversen Informationsquellen, vorrangig der WHO. Sie sind nach bestem Wissen zusammengestellt und sollen in erster Linie dem Arzt als Beratungsgrundlage dienen. Für die Richtigkeit der Angaben kann das CRM keine Verantwortung übernehmen. Für den Reisenden ersetzen sie keine ärztliche Beratung, die in jedem Fall vor einer Reise empfohlen wird. Das CRM haftet nicht für irgendwelche Gesundheitsschäden, die möglicherweise aus den obigen Informationen abgeleitet werden.
 
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