Stand: 14.05.2013
 
Vogelgrippe-Situation in den einzelnen Ländern

Ägypten: Seit ihrem Erstauftritt im Februar 2006 sind der hochpathogenen Vogelgrippe durch Influenza A(H5N1) landesweit mehr als 34 Millionen Tiere zum Opfer gefallen. Von den Ausbrüchen betroffen waren 9 Provinzen, die meisten im dichter besiedelten Norden. Insgesamt wurden 173 menschliche Erkrankungen (davon 39 aus 2011, 11 aus 2012 und 3 aus 2013) mit 63 Todesfällen bestätigt. Bei den meisten Betroffenen ließen sich unmittelbare Kontakte zu kranken Tieren nachweisen. Kontakt zu lebenden oder frisch geschlachtetem Geflügel sowie Geflügelausscheidungen sollte vermieden werden.

Bangladesh: Insgesamt wurden 7 Fälle von Vogelgrippe bei Menschen registriert, davon 3 in 2012 und einer in 2013. Der erste war 2008, 2 weitere waren 2011 aufgetreten. Kontakt zu Geflügel meiden.

China: Seit 2003 hat die hochpathogene Vogelgrippe durch Influenza A(H5N1) in diversen Landesteilen immer wieder zu örtlichen oder regionalen Ausbrüchen bei Wildvögeln und Nutztieren geführt. Im Mai kam es in einer kleinen Farm in Tibet zu einem Ausbruch, etwa 370 Hühner wurden getötet. Im Februar wurden aus der Stadt Guiyang in der Provinz Guizhou (SW) zwei menschliche Erkrankungen gemeldet, beide Personen sind verstorben. Insgesamt wurden in China bisher 45 menschliche Erkrankungen, darunter 30 Todesfälle, gemeldet. Bei der Mehrzahl der Patienten konnte Kontakt zu Geflügel nachgewiesen werden. Seit Ende März sind insgesamt mindestens 132 Menschen an Influenza A(H7N9) erkrankt, darunter ein Reisender aus Taiwan, es gab 35 Todesfälle. Die ersten Erkrankungen wurden aus Shanghai (O) und den angrenzenden Provinzen Anhui (SO) und Zhejiang (SO) gemeldet. Mitte April wurden die ersten Fälle aus Peking (N) berichtet, außerdem sind in den Provinzen Henan (Z), Jiangsu (SO), Fujian (SO) und Shandong (NO) Erkrankungen aufgetreten. Dieser Subtyp wurde zuvor noch nicht beim Menschen nachgewiesen, eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nach aktuellem Erkenntnisstand in seltenen Fällen möglich.

Indonesien: Seit ihrem Erstauftritt im November 2003 hat sich die hochpathogene Vogelgrippe durch Influenza A(H5N1) landesweit ausgebreitet und ist aufgrund der Infrastruktur des Inselstaates schwer zu kontrollieren. Mehr als 10 Millionen Geflügeltiere sind ihr zum Opfer gefallen. Menschliche Erkrankungen sind seit Juli 2005 bekannt. Anfang Dezember ist ein vierjähriger Junge in West Java gestorben. Dies ist seit 2005 die 192. Vogelgrippe-Erkrankung in Indonesien, 160 Personen sind daran verstorben. Indonesien hat weiterhin weltweit die höchsten Inzidenzen und mit >80% die höchste Letalität. Die meisten Fälle stammen aus Java, einige aus Sumatra, einzelne aus Süd-Sulawesi und Bali. Fast alle Betroffenen hatten unmittelbare Kontakte zu kranken oder verendeten Tieren. Kontakte mit lebendem Geflügel oder kranken Menschen sollten von Reisenden weiterhin gemieden, Hygiene beachtet werden.

Kambodscha: In diesem Jahr wurden bisher aus verschiedenen Provinzen im Süden des Landes 8 Fälle gemeldet, davon sind 7 Personen verstorben. Seit 2005 gab es 29 menschliche Erkrankungen, davon 26 Todesfälle. Alle betroffenen Menschen hatten direkten Kontakt zu erkrankten oder toten Tieren (Geflügel). Eine Mensch-zu-Mensch-Infektion wurde nicht registriert. Kontakt zu lebendem oder frisch geschlachtetem Geflügel sollte vermieden werden.

Korea-, Nord: Mitte April wurde aus einer Enten-Farm ein Ausbruch von Influenza A(H5N1) gemeldet. Etwa 164.000 Tiere starben oder wurden getötet. Menschliche Erkrankungen wurden nicht registriert. Kontakt zu lebendem oder frisch geschlachtetem Geflügel sollte vermieden werden.

Nepal: In der Region Kathmandu (Z) sind im Februar mindestens 11 Farmen betroffen. Über 6.000 Hühner wurden vorsorglich getötet. In Gandaki (Z) waren im Januar vier Hühnerfarmen betroffen. Über 1.100 Tiere sind gestorben, die weiteren 2.000 wurden getötet. In der Hauptstadt Kathmandu (Z) sind im Dezember 2012 vorsorglich mehr als 500 Enten und Hühner getötet worden nachdem die Infektion bei einigen Hühnern nachgewiesen wurde. Dies ist der erste Fall in der Hauptstadt, in anderen Landesteilen hatte es zuvor bereits Ausbrüche gegeben. In Sitapaila und Ramkot, etwa 10 bzw. 15 km westlich von Kathmandu, sind in Dezember und Januar insgesamt 3 Hühnerfarmen von Vogelgrippe betroffen. Über 4.800 Hühner und über 19.000 Eier wurden vernichtet. 2.700 Hühner sind an Vogelgrippe gestorben.

Vietnam: Im April ist ein 4-jähriger Junge gestorben und eine 20-Jährige erkrankt, dies sind die ersten Fälle seit mehr als einem Jahr. In 2012 wurden 4 menschliche Erkrankungen (davon 2 Todesfälle) an Vogelgrippe im Land registriert. Damit beläuft sich die Gesamtzahl menschlicher Erkrankungen seit 2003 auf 125 mit 62 Todesfällen. Sie sind in allen Landesteilen aufgetreten. Bei allen Betroffenen ließen sich entsprechende Tierkontakte nachweisen. Im Juli 2012 ist ein neues, hochansteckendes Vogelgrippe-Virus in Vietnam aufgetreten. Dieses hat sich im August im Norden und im Zentrum des Landes rasch verbreitet. Vermutlich wurde der Erreger durch illegal aus China importierte Hühner eingeschleppt.
 
 
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